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Projektinformation

Was ist BASE-II?

Die Lebenserwartung steigt, in Deutschland und weltweit. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Berliner Altersstudie II (BASE-II) erforschen, wie sich diese gewonnenen Jahre möglichst gesund und aktiv gestalten lassen. Die Berliner Altersstudie II führt die Berliner Altersstudie (BASE) fort. Bei dieser wurden 1990–1993 insgesamt 516 Männer und Frauen aus dem Westteil von Berlin im Alter zwischen 70 und über 100 Jahren intensiv untersucht, die bis heute längsschnittlich nachverfolgt werden.

Die Fortsetzungsstudie BASE-II untersucht die körperlichen, geistigen und sozialen Bedingungen, die zu einem möglichst erfolgreichen Altern beitragen. Insgesamt werden 2.200 Berlinerinnen und Berliner untersucht, davon sind 1.600 zwischen 60 und 80 Jahre, und – als Vergleichsgruppe – 600 zwischen 20 und 35 Jahre alt. Die erste Untersuchungswelle erfolgte zwischen 2009 und 2015. BASE-II ist als Längsschnittstudie konzipiert: Es ist geplant, die Teilnehmer wiederholt in Abständen von etwa drei Jahren zu untersuchen, um Veränderungen bestimmen zu können.

Die erste Welle der Studie wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unter den Förderkennzeichen 16SV5537/16SV5837/16SV5538/16SV5536K/01UW0808/01UW0706 finanziell unterstützt. Eine Folgeuntersuchung "Geschlechtssensitive Vorbeugung kardiovaskulärer und metabolischer Krankheiten bei älteren Erwachsenen in Deutschland" wird vom 01.07.17 - 30.06.2021 ebenfalls durch das BMBF unter dem Kennzeichen 01GL17161 gefördert. 

Zusammen mehr erkennen

Die Berliner Altersstudie II verfolgt einen interdisziplinären Ansatz. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gehen davon aus, dass es sehr viele unterschiedliche Faktoren gibt, die dazu beitragen, wie jemand altert. Es kann beispielsweise eine Rolle spielen, wo und wie Menschen wohnen, wie sie sich ernähren oder ob es erbliche Merkmale gibt, die das Altern beeinflussen. Um ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten, sind an BASE-II Mediziner, Psychologen, Ernährungs- und Sozialwissenschaftler sowie Genetiker beteiligt.

Mehr zu den beteiligten Forschungseinrichtungen finden Sie hier.

Die Untersuchungsstationen

Woraus bestand die Erstuntersuchung von BASE-II?

Die Erstuntersuchung gliederte sich in diese drei Teile:

Station „Körperliche Gesundheit“, durchgeführt an der  Charite – Universitätsmedizin  Berlin. Die Untersuchungen zur körperlichen Gesundheit fanden in der Regel an zwei Vormittagen im Abstand von etwa einer Woche statt. Die Termine wurden individuell vereinbart. Eine Ärztin oder ein Arzt befragte die Teilnehmer zu Ihrer medizinischen Vorgeschichte, erkundigte sich nach Beschwerden und Lebensgewohnheiten, nach Medikamenten und Therapien und untersuchte sie ausführlich. Die Ernährungsgewohnheiten wurden mit einem Fragebogen erfasst. Es wurde Blut entnommen, um zahlreiche Laborwerte und genetische Informationen zu erhalten. Ein Elektrokardiogramm sowie Untersuchungen zu Lungenfunktion, Knochendichte, Hören, Sehen und Motorik rundeten die Untersuchung ab. Auf Wunsch wurde den Teilnehmern ein ausführlicher Arztbrief zugesandt, der zum Beispiel die Ergebnisse der Knochendichtemessung und weitere Untersuchungsergebnisse enthielt. Die Zweiterhebung von medizinischen Daten ist ab 2018 im Rahmen des BMBF-geförderten GendAge-Projektes geplant.

Station „Lernen und Entwicklung“, durchgeführt vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung auf dem Campus der Charité Universitätsmedizin Berlin-Mitte: Die Untersuchungen zu Lernen und Entwicklung fanden in der Regel an zwei Tagen im Abstand von etwa einer Woche statt. Die Termine wurden individuell vereinbart. Die beiden Sitzungen dauerten jeweils dreieinhalb Stunden und wurden in kleinen Gruppen durchgeführt. Die Teilnehmer bearbeiteten nach entsprechender Anleitung am Computer verschiedene Aufgaben, die unter anderem Lernen, Aufmerksamkeit sowie ihre persönlichen Einstellungen zum Älterwerden erfassten.

Station „Leben in Deutschland“, durchgeführt von TNS Infratest im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung: Jährliches Ausfüllen eines persönlichen und eines Haushaltsfragebogens zu Hause. Für diese Erhebung erhalten die Teilnehmer von TNS Infratest Sozialforschung, das seit 1983 im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung die mit BASE-II vergleichbare große Erhebung „Leben in Deutschland" durchführt, einen Brief und eine Broschüre, mit der sie detailliert über die Befragung informiert werden. Die Teilnehmer können die Fragen von zu Hause beantworten, entweder im Internet oder auf einem Papierfragebogen. TNS sendet den Teilnehmern zwei Fragebögen zu: einen Haushaltsfragebogen und einen Personenfragebogen. Der Haushaltsfragebogen enthält im wesentlichen Fragen zur Wohnsituation und einigen Merkmalen des Haushalts der Teilnehmer. Das Ausfüllen des Haushaltsfragebogens nimmt etwa 15 Minuten Zeit in Anspruch. Beim Personenfragebogen geht es um die persönliche Lebenssituation, die Persönlichkeit und den Lebenslauf. Das Ausfüllen des Personenfragebogens nimmt etwa 50 Minuten Zeit in Anspruch. Um ein umfassendes Bild der Lebenssituation der BASE-II-Teilnehmer zu erhalten, bittet TNS Infratest zusätzlich alle jugendlichen und erwachsenen Mitglieder, die mit dem Teilnehmer an BASE-II zusammen im selben Haushalt leben, einen Personenfragebogen auszufüllen.

Gewonnene Jahre

Gewonnene Jahre gesund und aktiv erleben. BASE-II untersucht die Grundlagen.

Alt und Jung - Old and young
© T. Olson - fotolia.com

Handkraftmessung

Handkraftmessung an der Station "körperliche Gesundheit".

© Charité

Computertests

Computertests an der Station "Lernen und Entwicklung".

Computerlabor Station "Lernen und Entwicklung"
© Düzel

Fragebogenerhebung

Fragebogenerhebung an der Station "Leben in Deutschland".

Fragebogenerhebung in BASE-II - Questionaire in BASE-II
© sepy - fotolia.com